25.10.2019 Daniela Sattler

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Respekt wird oft mit Angst gleichgesetzt oder jemand versucht den Respekt einer anderen Person durch das bewusste Aufbauen von Distanz oder angsteinflößende Maßnahmen zu erlangen. Das erzeugt zwar in der Regel eine gewisse Wirkung, aber hat nichts mit echtem Respekt zu tun. Wer auf solche Methoden zurückgreift leidet meist an geringem Selbstvertrauen.

Menschen mit geringem Vertrauen in die eigene Person haben die Tendenz, sich mit anderen zu vergleichen oder zu messen, in der ständigen Befürchtung diese könnten besser sein. Solche negativen Gedanken sind der Nährboden für Neid und Missgunst und verhindern zielsicher anderen seine Anerkennung auszusprechen.

Bezieht sich das geringe Selbstvertrauen auf die eigene Leistung, ist ständig die Angst präsent, jemand könnte einem den Job wegnehmen. Führungskräfte, die unter dieser Angst leiden und zusätzlich noch ihre eigentliche Führungsaufgabe mit der eines Fachexperten verwechseln, tun sich schwer ihren Mitarbeitern Lob und Anerkennung zu schenken. Den Respekt, der ihnen aufgrund ihrer Position zusteht, wie sie meinen, probieren sie einzufordern.

Bei Respekt und Wertschätzung stehen Geben und Nehmen in Kohärenz. Wer anderen nichts davon entgegenbringen kann, wird auch selten selbst respektvoll oder wertschätzend behandelt. Das Schüren von Angst ist dann ein beliebtes Mittel bzw. der letzte Ausweg, um künstlich Respekt zu erzeugen. Nur, es bleibt eben künstlich und funktioniert vielleicht auf einer rein oberflächlichen Ebene.

Mitarbeiter und Kollegen zeigen das gewünschte Verhalten aus Angst vor negativen Konsequenzen. Gleichzeitig wird hinterrucks kein gutes Wort an Personen gelassen, die sich solcher Methoden bedienen. Negative Gefühle werden geschürt, die sich meist gegen diese Person richten. Also weit weg von echtem Respekt und Anerkennung. Echter Respekt erzeugt auf beiden Seiten ein gutes Gefühl.

Respekt funktioniert immer nur in beide Richtungen und kann weder künstlich erzeugt, noch durch bestimmte externe Maßnahmen herbeigeführt werden. Die Grundlage ist die eigene Fähigkeit bzw. Bereitschaft dazu.